UMFORMER WOLFGANG LIESEN

Angesehener Kettwiger Künstler schafft
den Weberbrunnen für den Stadtteil Kettwig



 
Zeichnung: W. Liesen

Der Künstler Wolfgang Liesen wurde 1936 in Gelsenkirchen geboren. Nach einer Steinmetzlehre studierte er an der Folkwangschule Essen und an der Kunstakademie Düsseldorf. 1973 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen und 1983 den Kunstpreis des Mülheimer Kunstvereins. Wolfgang Liesen lebt und arbeitet in Essen-Kettwig.

Umformungen sind einem roten Faden vergleichbar, der sich durch Liesens künstlerisches Schaffen zieht. Mit der Intention, alte Sehgewohnheiten aufzubrechen und umzuformen, stößt er über die heimische Region hinaus bei den Kunstkritikern der europäischen Nachbarländer auf großes Interesse und Akzeptanz. Internationale Anerkennung wurde ihm zuteil, da Liesen zur geistigen Auseinandersetzung auffordert, drängenden sozialen Fragen nachzugehen und zu erweiterten Sichtweisen anregt, wenn er mit UMFORMEN neue Ordnungen gestaltet. Diese Aussage zerstört nicht überlieferte und bewährte Ordnungsprinzipien, sondern er macht den heute lebenden und arbeitenden Menschen Gegenwart und Vergangenheit verständlicher. Dieses Verständnis benötigen wir, um die Zukunft gestalten zu können.

Ausstellungen des Künstlers

Berlin, Hannover, Hamburg, Essen, Mülheim, Trier und Tokio dokumentieren die künstlerische Gestaltungskraft des UMFORMERS.

Gründe zur Wahl des Künstlers Wolfgang Liesen

Als anerkannter Kunstkenner und Kunstkritiker erwählte der Spender der Brunnenskulptur F.A. Scheidt den Bildhauer Wolfgang Liesen und beauftragte ihn mit dem Entwurf zum Weberbrunnen. Der zentrale Teil der Skulptur ist nach den Intentionen des Künstlers kein natürliches Abbild eines produzierenden Webstuhls, sondern gibt Aussagen zur Sozialgeschichte Kettwigs:

Zum einen wird mit dem fließenden Wasser der Prozeß der UMFORMUNG - aus Wollfäden werden Tuche sichtbar, dazu wird der waagerecht strukturierte Webstuhl hier nun senkrecht aufgestellt, damit nach dem Gesetz der Schwerkraft die Wasserfäden fallen. Der natürliche lotrechte Fall des Wassers verweist wiederum auf eine prozeßhafte UMFORMUNG und führt den Betrachter auf eine weitere soziale Dimension für Kettwig hin. Zur Erinnerung an die Vergangenheit des Stadtteils ist der ununterbrochene Wasserfluß Zeichen für den Gewerbefleiß von Generationen Kettwiger Arbeiterinnen und Arbeiter, die gemeinsam mit verantwortungsbewußten Unternehmern auch in schwierigen Zeiten miteinanderwirkten. Kettwiger Tuchwaren, "flossen" bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in die Länder Europas.

In einer Stellungnahme des MUSEUM FOLKWANG Essen zum WEBERBRUNNEN in Kettwig wird dazu ausgeführt: "Liesens Entwurf zum Weberbrunnen erfüllt die Bedingungen, die man an ein Denkmal stellen muß, das in gültiger Form dem geschichtlichen Hintergrund gerecht wird. Es handelt sich hierbei nicht um etwas vordergründig Erzählendes, sondern wirklich um ein SINNBILD von dichter inhaltlicher und formal klarer und großzügiger Erscheinung. Es wird ein Gewinn für die Gestaltung öffentlichen Raumes sein.


 
SKULPTURENPARK KETTWIG
im Heimat- und Verkehrsverein Kettwig e.V.
in Zusammenarbeit mit dem FOLKWANGMUSEUM ESSEN
EMail: skulpturenpark@hvv-kettwig.de

Kontakt:
Katrin Engelhardt, SKULPTURENPARK KETTWIG im HVV Kettwig e.V.,
Telefon 0 20 54 / 8 56 80
EMail: katrin.engelhardt@hvv-kettwig.de