WEBERBRUNNEN

zur Erinnerung an die Sozialgeschichte
des Ortsteils Kettwig



 
Alter Weberbrunnen

Das feuchte Klima des Ruhrtales bot notwendige Voraussetzungen für die Anfänge eines Berufsstandes, der umfassend die Herstellung von Web- und Tuchwaren betrieb. Im Jahre 1608 erhielt die Kettwiger Tuchmacherzunft eine "Wullenweberverordnung" zur Regelung der sozialen Bedingungen und Produktionsverhältnisse der Weber und Tuchmacher. Der Übergang vom Handwebrahmen zum Trittwebstuhl ist der Einstieg in die Technik.

1724 wurde eine Walkmühle am Fluß errichtet, um mit der Wasserkraft der Ruhr den Druck, die Wärme und die Feuchtigkeit für die notwendige Festigkeit und eine glatte Oberfläche bei den zu fertigenden Wollstoffen zu erzielen. Automatische Webstühle werden erst im Laufe des 18. Jahrhunderts eingesetzt. Die Grundkonstruktion der Webstühle blieb auch in der Folgezeit im Prinzip gleich. Die zur Produktion notwendige technische Ausrüstung, die sich der fortschreitenden Entwicklung anpassen mußte, wurde in einem, dem Stuhl vergleichbaren Gestell untergebracht.

Die Skulptur WEBERBRUNNEN ist das Symbol einer vergangenen Epoche, in der Kettwiger Tuche, Webwaren und Spinnereierzeugnisse in allen Teilen Europas bekannt waren. Von Kettwig aus ging der Export nach Skandinavien und Rußland, zum Balkan und nach Italien. Im westlichen Ausland wurden hiesige Produkte bis nach England verkauft.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlagerte sich die Herstellung von Web- und Tuchwaren in Länder außerhalb Deutschlands. Im Jahre 1975 beendete die Joh. Wilhelm SCHEIDT AG mit ihrer Abteilung Kammgarnspinnerei das traditionsreiche Tuchmachergewerbe.

Marianne Kühn


 
SKULPTURENPARK KETTWIG
im Heimat- und Verkehrsverein Kettwig e.V.
in Zusammenarbeit mit dem FOLKWANGMUSEUM ESSEN
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